Ende Kreditprogramm Griechenland

Ende Kreditprogramm Griechenland

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Seit Mai 2010 wird Griechenland von den Ländern des Euro-Währungsgebiets und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) finanziell unterstützt. Ziel ist es nach wie vor, Griechenlands finanzielle Schwierigkeiten und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Im August 2015 wurde ein neues Stabilitätshilfeprogramm im Rahmen des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verabschiedet, das am 20. August 2018 endet.

Jetzt ist es also soweit: Griechenland wird das Kreditprogramm verlassen und wieder auf eigenen Beinen stehen müssen. In den letzten acht Jahren musste die griechische Bevölkerung harte Einschnitte bei Renten und Sozialleistungen hinnehmen. Das war jedoch bitter notwendig, um das Land aus der Zahlungsunfähigkeit herauszuführen. Die Wirtschaft hat nun wieder Schwung aufgenommen und an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Ob das Reformprogramm nachhaltig war, wird die Zeit zeigen. Die Risiken in den Büchern der griechischen Banken müssen noch deutlich reduziert werden. Griechenland bleibe ein abschreckendes und warnendes Beispiel dafür, wie man mit der Verantwortung für einen nachhaltigen Haushalt in einem gemeinsamen Währungsraum nicht umgehen dürfe, sagten viele Redner in der Debatte mit Eurogruppenchef Mario Centeno.

Ende Juni billigten die Finanzminister der Eurogruppe die letzte Tranche des laufenden Kreditprogramms für Griechenland in Höhe von 15 Milliarden Euro, bevor Griechenland das Programm verlässt. Tilgung und Zins werden für zehn weitere Jahre gestundet, so dass die Rückzahlung erst Ende 2032 beginnt. Dazu werden die Laufzeiten der Kredite um weitere zehn Jahre nach hinten verlängert. Ende 2032 soll geprüft werden, ob weitere Schuldenlastreduzierungen notwendig sind. Kritiker sehen in den aktuellen Maßnahmen de facto ein weiteres Kreditprogramm.