12. Oktober 2016

Besserer Zugang zu Arzneimitteln

Nicht jeder EU-Bürger hat einen sicheren Zugang zu geeigneten Medikamenten. Ein Grund hierfür liegt an den Preissteigerungen von Arzneimitteln in den letzten Jahren.

Ein aktuell diskutiertes Beispiel sind die Kosten, die Hepatitis-C Erkrankte für ihre Therapie zahlen müssen: Bis zu 700 Euro zahlt der Patient für eine Pille, und die Krankenkassen wehren sich gegen die Erstattung dieses teuren Medikaments.

Am 12. Oktober 2016 hat die sozialistische Berichterstatterin Soledad Cabezón Ruiz im Umweltausschuss ihren Bericht über die Optionen der EU, um den Zugang zu Arzneimitteln zu verbessern, vorgestellt. Sie fordert, dass das „passende“ Medikament einfacher zur Verfügung gestellt werden soll.

Die Pharmaindustrie stellt die wettbewerbsfähigste Branche in Europa dar. Bei ihren Forschungsprioritäten orientiert sie sich tendenziell mehr am Gewinn als an den Patienten. Bei neuen Arzneimitteln handelt es sich oftmals nicht um echte Innovationen, sondern lediglich um veränderte Rezepturen. Der Arzneimittelmarkt unterliegt zwar strengen Sicherheitsregulierungen. Jedoch gibt es nur wenige Kontrollen hinsichtlich des wirtschaftlichen Aspekts und der Qualität. Das zeigt sich auch daran, dass die Pharmaindustrie in erster Linie das Marktvolumen im Blick hat. Ein weiteres Problem stellt die Priorisierung von Forschungsvorhaben dar, wonach die zu erzielenden Gewinne und nicht die Patientenbedürfnisse ausschlaggebend sind.

Der Ursprung der geltenden Verordnung des derzeitigen Arzneimittelmarkts geht zurück in die 70er-Jahre und basiert auf den Regeln der Welthandelsorganisation. Arzneimittel wurden in das Patentsystem einbezogen um den Schutz der Rechte des geistigen Eigentums zu wahren.

Hier sollte ein Augleich gefunden werden, denn Arzneimittel können nicht wie normale Patente betrachten werden, da der Schutz des geistigen Eigentums in Konflikt mit den Patienteninteressen gerät. Dementsprechend ist eine Überarbeitung dieses Systems erforderlich. Darüberhinaus brauchen wir mehr Transparenz von Forschungsdaten und -kosten. Die Priorisierung von Forschungsvorgaben sollte von den tatsächlichen Bedürfnissen der Patienten ausgehen.