29. Juli 2012

Bericht: Erste Bilanz


Die Allgemeine Zeitung berichtet zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause über meine Erfahrungen in Brüssel und Straßburg. Helena Sender-Petry schreibt:

"Entspannt lehnt sie sich zurück, blickt auf den Rhein, blinzelt in die Sonne, genießt ihr neues Leben. Die Kommunalpolitik ist für Birgit Collin-Langen in weite Ferne gerückt.

Auch wenn die einstige Oberbürgermeisterin der Stadt Bingen alles, was passiert, mit Interesse verfolgt. Ihr Fokus richtet sich seit März auf die Europapolitik, Birgit Collin-Langen pendelt zwischen Bingen, Brüssel und Straßburg hin und her, das neue Leben als EU-Abgeordnete macht ihr Freude. Auch wenn es schon mal passieren kann, dass die Handtasche, die so perfekt zu den Schuhen passt, in Bingen und nicht in Brüssel im Schrank steht. „Private Logistik“ nennt es Collin-Langen, die sie mittlerweile perfekt beherrscht.

„Natürlich war es in den ersten Wochen nicht einfach, sich zurechtzufinden. Ich musste mich umstellen, auch mit Blick auf meine Arbeitsweise, die sich gravierend von der als Oberbürgermeisterin unterscheidet.“ Es werde wesentlich weniger Zeit in Gespräche investiert, die „maximal 30 Minuten dauern“. Im parlamentarischen Europa ticken die Uhren eben anders, Entscheidungen dauern manchmal quälend lange, auch in den Ausschüssen. „Als OB konnte ich anders agieren“, sagt Collin-Langen, die mittlerweile ihre Tage organisatorisch fest im Griff hat. Und so ganz nebenbei verfeinert sie eifrig und konzentriert ihr Englisch, auch Französisch will sie können, „schließlich will ich mit den Menschen in Brüssel und Straßburg ins Gespräch kommen“. Dass ihr Ehemann an ihrer Seite ist, tut der Europapolitikerin gut. Gemeinsam haben sie eine kleine Wohnung in Brüssel bezogen, „in Straßburg wohne ich in einem Hotel während der Sitzungswoche“.

JA zur Frauenquote

Im Ausschuss für Verbraucherschutz ist sie Vollmitglied, im Ausschuss „Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Recht“ arbeitet sie als sogenanntes B-Mitglied - allerdings mit wenig Vergnügen. „Dieses Gremium mit seinen vielen CSU-Leuten, die alle von München gesteuert werden, ist mir schlicht und ergreifend zu konservativ“, meint die Christdemokratin, die sich längst umorientiert hat. „Nach der Sommerpause will ich mich im Frauenausschuss einbringen. Dort wird die Frauenquote, die ich unterstütze, ein wichtiges Thema sein.“

Birgit Collin-Langen ist angekommen, und es steht für sie außer Frage, dass sie 2014 bei der Europawahl wieder antritt. Als überzeugte Europäerin glaubt sie an die Sinnhaftigkeit ihres Tuns im EU-Parlament. Dennoch ist sie wach, trägt keine Scheuklappen, wenn es darum geht, das System Europa auch auf den Prüfstand zu stellen. „Die Idee Europa ist richtig. Wir müssen allerdings an den Rahmenbedingungen arbeiten“, weiß Collin-Langen.

„Profi“ im Wahlkreisbüro

In Bingen hält ihr Christof Kühn den Rücken frei, ein „absoluter Profi“, der schon für Collin-Langens Vorgänger Kurt Lechner gearbeitet hat. „Er kennt die Strukturen meines Wahlkreises von Bingen nach Landau bis nach Zweibrücken, weiß ungemein viel, er ist sehr wichtig für mich und meine Arbeit“, lobt sie den „Profi“ im Wahlkreisbüro."

Allgemeine Zeitung Bingen, 27. Juli 2012, Helena Sender-Petry
 


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