Bild: © WWF / J. Morgan

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Dezember 2016

Palmöl

Im Umweltausschuss diskutieren wir zurzeit den Initiativbericht über Palmöl und die Entwaldung von Regenwäldern. Das Fett aus den Früchten der Ölpalme ist zwar günstig zu produzieren und vielseitig einsetzbar, hat aber ein gravierendes Problem: Ölpalmen wachsen weltweit fast ausschließlich auf Flächen, auf denen einst Regenwald stand. Pizza, Schokoriegel, Lippenbalsam, Waschmittel: Etwa jedes zweite Supermarktprodukt enthält Palmöl. Die steigende Nachfrage nach Palmöl hat aber gravierende Auswirkungen auf die Umwelt und lokale Bevölkerung.

In Südostasien werden seit Jahrzehnten gigantische Flächen abgeholzt. Damit verlieren viele bedrohte Tiere ihren Lebensraum. Weitere Kritikpunkte sind: Menschenrechtsverletzungen und Landkonflikte beim Anbau, Menschen wird der Zugang zu lebensnotwendigen Ressourcen verwehrt, Kinderarbeit und die  Vertreibung indigener Völker.

Die Europäische Union ist der drittgrößte Markt für Palmöl. Daher sind wir verpflichtet, die Abbaubedingungen zu verbessern.

Einige Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, habe sich dazu verpflichtet bis spätestens 2020 Palmöl zu 100 Prozent aus nachhaltiger Produktion zu beziehen. Das ist schon ein wichtiger Schritt. Aber man kann nur dann tatsächlich von einer nachhaltigen Palmölproduktion sprechen, wenn die internationalen Standards neben Umweltkriterien auch die wichtigsten sozialen Kriterien, insbesondere die Achtung der Menschenrechte, faire Löhne für die Arbeiter und ein Verbot von Kinderarbeit umfassen.