08. Juni 2012

"Plädoyer für Europa"


Anlässlich der "Binger Seniorentage" war ich zu Gast im Martin-Luther-Stift. Die "Allgemeine Zeitung" hat berichtet und schreibt sehr passend: "

Plädoyer für Europa

Von Jochen Werner

SENIORENTAGE: Frühere Oberbürgermeisterin Collin-Langen zu Gast in Stift

Die ehemalige Binger Oberbürgermeisterin und jetzige Europa-Abgeordnete Birgit Collin-Langen (stehend) berichtete den Senioren von ihrer Arbeit in Brüssel.

Alle wollen alt werden, keiner will es sein, und vorher will auch keiner dran denken. Martina Kapell ist deshalb froh, wenn sich bestimmte Menschen stark machen für die, die sich im sozialen Bereich kümmern, die etwas für andere tun, die um den „demografischen Tsunami“ wissen. „Für solche eben, die anderen Menschen eine Transparenz geben“, sagt die Leiterin des Martin-Luther-Stiftes. Einer von diesen Menschen, weiß Kapell, ist Birgit Collin-Langen. Deren erster offizieller Termin in Bingen nach ihrem Ausscheiden aus dem höchsten Stadtamt führte sie in das Bingerbrücker Seniorenheim.

Hiltrud Konrad und ihr Team hatten alles vorbereitet. Die Tische waren standesgemäß europäisch hergerichtet. Weiße Tischdecken, blaue Bänder, überall goldene Sterne. Dazu die Flaggen aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Und ein Klavier, an dem Joachim Giesbert Hymnen spielte. Angefangen von der Europahymne aus Beethovens 9. Sinfonie über die Marseillaise und Fratelli d’Italia ging die musikalische Europareise nach Polen, um - ganz am Schluss - in Deutschland anzukommen.

Voller Terminkalender

„Darauf können wir uns was einbilden“, war Brigitte Giesbert glücklich, „denn es war Dir ein Anliegen“. Die Vorsitzende des Seniorenbeirats wusste um den übervollen Terminkalender der „Ex-OB“. Collin-Langens Kommen beweise einmal die Bedeutung, die die Europaabgeordnete den Senioren beimesse, und außerdem, „dass die besten Veranstaltungen der Seniorentage immer in den Altenheimen stattfinden“.

Die 18. Binger Seniorentage befassen sich auf vielfältige Art und Weise mit dem Thema Wirtschaft. Collin-Langen zeigte auf, weshalb ein vereintes Europa für das Bestehen auf dem globalen Markt alternativlos ist. Welche Bedeutung in dieser Frage dem europäischen Parlament zukommt. Was Brüssel bewegt, was nur dort gelöst werden kann und wieso man sich dort nur am Rande mit Griechenland beschäftigen kann. Was einen Menschen in Brüssel ausmacht und wie sehr dort alles eisern durchgeplant ist. Warum Deutschlands Wirtschaft und Sozialsysteme besser aufgestellt sind als die der Nachbarn. Und schließlich, was ihr persönlich bei der Arbeit besonders am Herzen liegt.

„Das Argument der Wirtschaftskraft ist zwingend“, gab die frühere OB zu bedenken, „aber Europa ist sehr viel mehr!“ Die Generation der Senioren wisse meist noch, was es heiße, einen Krieg zu erleben. „Es ist ein Wert an sich, dass wir in Europa keinen Krieg mehr haben!“

" (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung, Artikel im Online-Angebot der AZ lesen)