03. Dezember 2012

Spannende Diskussion in Bingen


In einer interessanten Diskussionsrunde habe ich in meiner Heimatstadt Bingen Werbung für das Engagement von Frauen in der Politik machen dürfen. Die Allgemeine Zeitung berichtet darüber (Text von Christine Tscherner) unter dem Titel "Spannende Diskussion auf Binger Bühne zum Thema 'Frauen in der Politik'":

Die roten Sessel im Halbrund der Bühne verraten: Bingen ruft zur Talkrunde. Ab in den Keller. Mitdiskutieren war erwünscht. Die lose Reihe des Binger Bühnen-Talks fragte diesmal: Warum engagieren sich so wenig Frauen in der Kommunalpolitik?

Diskutierten über das Thema „Mehr Frauen in die Politik“: Tabea Rößner (Grüne, MdB), Helga Lerch (FDP-Kreistagsmitglied), AZ-Redaktionsleiterin Helena Sender-Petry, Dagmar Waldherr (SPD Bingen) und die CDU-Europa-Abgeordnete Birgit Collin-Langen (v.l.). Foto: Thomas Schmidt

Wer sich in Ortsgemeinderäten und Stadtratssitzungen umsieht, der findet überall das gleiche Bild: Ältere Herren sind in der Überzahl. Weibliche Volksvertreter haben entweder keine oder erwachsene Kinder. Aber bilden solche Gremien die Interessen ihrer Wähler wirklich ab?

"Parteien können es sich nicht leisten, die Frauen als Ressource brach liegen zu lassen", meint die Europa-Abgeordnete und einstige Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen (CDU). Sie steht in ihrer Partei ziemlich einsam mit dem Ja zur Quote. "Aber hätte es den Druck zur paritätischen Liste des Stadtverbandes nicht gegeben, die Partei hätte fähige Frauen vermutlich gar nicht gezielt angesprochen."

Und Ansprache, Ermutigung, Motivation zum politischen Amt, die braucht es anscheinend mehr. Typisch scheint das Beispiel von Dagmar Waldherr (SPD). Die Binger Kommunalpolitikerin engagierte sich über Jahre in ihrem Stadtteil für Kindergarten und Grundschule der eigenen Kinder.

Vom Interesse dort zum Einstieg in die Politik brauchte es Anstoß von außen. "Schaffst du das auch?" Frauen stellen sich offenbar mehr in Frage als Männer, hadern, zögern. Auch die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) berichtet von Unterschieden: "Frauen überlegen stärker, ob sie den Organisationsaufwand zusätzlich zur Kinderbetreuung und Job wirklich schaffen."

Für das Bier nach der Sitzung zum Netzwerke schmieden hätten Frauen mit Familie schlichtweg keine Zeit. "Mein Appell an Frauen darum: Bildet mehr Banden." Außerdem falle es Frauen schwerer, den Machtanspruch als Gestaltungswillen zu deuten.

Zeit, Ausdauer, Wissen um die Techniken einer überzeugenden Rede und gescheite Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung - diese vier Punkte sind für Helga Lerch die Kernpunkte für Erfolg in der Politik. Die langjährige FDP-Fraktionssprecherin im Kreistag gewährt wie die anderen Damen der Runde Einblick ins Politik-Geschäft.

Fazit: Jeder muss Mehrheiten für seine Meinung zunächst in den eigenen Reihen finden. "Wenn da mehrheitlich Männer im gestandenen Alter sitzen, fängt keiner den Ball auf, den du gespielt hat", verdeutlicht Collin-Langen. (...)

Den gesamten Artikel finden Sie bei der Allgemeinen Zeitung Bingen.