Sinkende Impfquoten in der EU

Sinkende Impfquoten in der EU

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In der EU nimmt die Impfskepsis weiter zu. Leider wird in der Öffentlichkeit eher Misstrauen gegenüber der Wissenschaft und Ängste vor möglichen Nebenwirkungen geschürt als über den Nutzen von Impfungen aufgeklärt.

Dazu kommt die schwierige Situation, dass von EU-Land zu EU-Land unterschiedlichen Impfstrategien und – Kalender bestehen. Dies kann besonders für Menschen, die im Laufe ihres Lebens in unterschiedlichen EU-Ländern leben, problematich werden.

Aufgrund von Impflücken erleben wir derzeit in mehreren EU-Staaten beispiellose Ausbrüche von Krankheiten, die durch Impfungen vermieden werden könnten. Von 2016 auf 2017 haben sich die Masernfälle in der EU mehr als verdreifacht; 2017 gab es 14 000 Fälle. In den letzten beiden Jahren sind über 50 Personen an Masern und zwei an Diphterie gestorben.

In der EU gelten sehr strenge Kriterien für die Zulassung von Impfstoffen. Im Durchschnitt nimmt die Entwicklung eines Impfstoffs (einschließlich umfassender

klinischer Studien) 12 bis 15 Jahre in Anspruch. Nach der Marktzulassung wird die Sicherheit eines Impfstoffs von der Europäischen Arzneimittel-Agentur weiter überwacht, damit unerwünschte Nebenwirkungen festgestellt, verhütet und gemeldet werden können.

 Infektionskrankheiten wie Masern, Diphterie und Grippe machen nicht an den Landesgrenzen halt. Wenn die Menschen in einem einzigen EU-Land nicht gut geschützt sind, bedeutet dies eine Gefahr für Gesundheit und Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger in der EU. Da durch Impfungen vermeidbare übertragbare Krankheiten ein grenzübergreifendes Thema sind und alle EU-Länder vor den gleichen Herausforderungen stehen, bietet eine verstärkte Zusammenarbeit aller betroffenen Sektoren auf EUEbene einen deutlichen Nutzen.

In seiner am 19. April verabschiedeten Resolution fordert das Parlament die Durchimpfungsraten zu verbessern und fordert einen unionsweit besser harmonisierten und besser abgestimmten Impfplan. Die Abgeordneten betonen zudem, dass durch mehr Transparenz bei der Herstellung und Bewertung von Impfstoffen und ihren Zusatzstoffen und durch die Finanzierung unabhängiger Forschungsprogramme zu den möglichen Nebenwirkungen zur Wiederherstellung des Vertrauens in Impfstoffe beigetragen werden könnte.

Viele Infektionskrankheiten, die beim Menschen schwerwiegende gesundheitliche oder gar tödliche Folgen haben, könnten durch Impfungen verhindert werden. Ich hoffe, dass wir mit unserem Votum dazu beigetragen, dass Skepsis und Nachlässigkeit im Umgang mit Impfungen bald abgeholfen wird.