Gesundheitsversorgung

Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Nach Inkrafttreten der Richtlinie über grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung 2013 haben alle EU-Krankenversicherten das Recht auf Zugang zu einer Gesundheitsversorgung in einem anderen als ihrem eigenen Mitgliedsstaat. Das heißt, dass die Patienten die Behandlungskosten von ihrer Krankenkasse bis zu der Höhe, die für die entsprechende Behandlung im Inland übernommen wird, erstattet bekommen müssen.
Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung stellt häufig wegen der Möglichkeit der Behandlung seltener Krankheiten oder der geografischen Nähe die am besten geeignete und zugänglichste Option dar. Dennoch ist der Umfang der Patientenmobilität in der EU derzeit noch relativ gering.
Am 26. November haben wir uns im ENVI über den Umsetzungsprozess der Richtlinie ausgetauscht. Obwohl alle Mitgliedsstaaten die Richtlinie umgesetzt haben, gibt es immer noch Schwierigkeiten: z.B. Fragen zur Kontinuität der Versorgung und des Austauschs von Informationen. Daneben bestehen aber auch logistische und verwaltungstechnische Hindernisse. Laut einer Eurobarometer-Umfrage vom Mai 2015 glauben weniger als 20% der Bürger gut über ihre Rechte im Bereich der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung informiert zu sein.
In diesem Zusammenhang unterstreicht der zuständige Berichterstatter Ivo Belet (EVP-Belgien) die Bedeutung der EU-weiten Zusammenarbeit insbesondere im Hinblick auf eine effiziente Nutzung und den Austausch von Wissen und Ressourcen. Daneben haben wir auch über elektronische Gesundheitsdienste (E-Health) diskutiert. Diese könnten aus meiner Sicht ein wichtiger Bestandteil der Reaktion der EU auf die heutigen gesundheitlichen Herausforderungen sein.