10. Juni 2015

Zukunft der Reisebüros diskutiert


Antje Lezius MdB und Birgit Collin-Langen MdEP sprachen mit Vertreterinnen mittelständischer Reisebüros über die EU-Pauschalreise-Richtlinie. Verbraucherschutz und Mittelstand nicht gegeneinander ausspielen.

Mit Besorgnis verfolgen die mittelständischen Reisebüros im Naheland die Verhandlungen zur neuen EU-Richtlinie für Pauschalreisen. „Viele Reisebüros haben sich an mich gewandt, weil sie fürchten, die neuen Bestimmungen zur Haftung für Pauschalreisen wirtschaftlich nicht schultern zu können“, berichtete Antje Lezius. Die heimische Bundestagsabgeordnete lud deshalb Verbandsvertreter und Reisebüros zu einem Gespräch nach Bad Kreuznach. Gemeinsam mit der in Brüssel zuständigen Europaabgeordneten Birgit Collin-Langen diskutierte Lezius über die Pläne der EU. Durch den zunehmenden Trend zu Online-Reisebuchungen bedürfe es einer Anpassung der geltenden Richtlinie an den veränderten Reisemarkt. „So hat sich das Angebot an Pauschalreisen in den letzten Jahren stark verändert. Es gibt nicht nur die klassische Pauschalreise. Vielmehr können einzelne Elemente der Reise nach den Wünschen des Reisenden zusammengestellt werden“, erläuterte Collin-Langen die Beweggründe der Debatte. „Welche rechtlichen Auswirkungen sich daraus ergeben, muss geklärt werden. Dabei begrüße ich ein mehr an Verbraucherschutz, aber das darf nicht dazu führen, dass die Reisebüros gezwungen werden, weniger Dienstleistung zum höheren Preis anzubieten oder gar mittelständische Existenzen gefährdet werden“, ergänzte die CDU-Abgeordnete Lezius ihre Kollegin aus dem EU-Parlament. Die Bundesregierung hatte sich auf EU-Ebene erfolgreich dafür eingesetzt, den Handelsvertreterstatus und die Vermittlungstätigkeit, die in Deutschland einzigartig sind, in die EU-Richtlinie aufzunehmen, berichtete Antje Lezius, die stellvertretendes Mitglied im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages ist. Die CDU-Politikerin bekräftigte, sich dafür einzusetzen, dass ein mittelständisches Reisebüro auch nach der Novellierung der Richtlinie und Umsetzung in deutsches Recht in aller Regel keine Insolvenzabsicherung benötigt. Anke Budde von der Allianz selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V. bedankte sich bei den Politikerinnen für das konstruktive Gespräch.  


Bilder zu diesem Beitrag: